Andrius´ Weblog

Reflektionen auf mein Umfeld

Allein unter Meistern.

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Ich glaube, ich habe schon erzählt, dass ich allermeistens in den Räumen der Masters hier bin. Das gute daran ist, dass ich mich mit so ziemlich jedem hier auf Englisch unterhalten kann. Mach ich sogar manchmal. Außerdem hat man hier sein Ruhe und eine gepflegte Umgebung. Der Nachteil ist, dass man sich manchmal blöd vorkommt. Im Sinne von “dumm”.

Die meisten Leute hier haben ein Stipendium. Eigentlich ist es nur Andre, von dem ich weiß, dass er keines hat. Ich habe hier also Leute um mich herum, die ihren Bachelor oder sogar ihren Master schon haben und dabei ungefähr in meinem Alter sind. Das liegt zum einen am brasiliansichen Schulsystem, das die Kinder viel, viel früher zum Studium schickt, andererseits aber auch daran, dass die Jungs hier einfach gut sind. Das wird immer dann besonders deutlich, wenn man selbst grade vor etwas sitzt, das man nicht versteht. Zumindest nicht komplett (Stichwort “2D Fourier Transformation bei Bildern”). Und da man als Master nicht nur den Arsch voll Arbeit hat (wieder sei hier Andre als Ausnahme erwähnt), sondern sich wirklich nur mit den Sachen beschäftigt, für die man sich entschieden hat, können die Leue hier tolle Dinge machen. Und ich lerne manchmal ein wenig mit. Manchmal kann ich sogar mitreden. Es mag einen wundern, aber wenn sie Englisch reden, verstehe ich sie oft. Dagegen spricht Manuel oft mathematisch. Und wenn er das tut, ist es nur bis zu einem gewissen Grad möglich ihm zu folgen. Irgendwann macht es *knips!* und man tauscht ein verstehendes Gesicht gegen eines, das Verstehen vortäuscht. Ich hoffe, das geht den meisten anderen Masters dort genauso. Das wird man dann beim Abschlussprojekt sehen.

Nichtsdestotrotz hat mir gestern mein Mitbehauser Eduardo eins von seinen Papern gegeben, das er, sein Prof und noch 3 andere Master geschrieben haben. Ich sollte es probelesen, weil mein Englisch angeblich nicht so richtig schlecht ist. Eduardo fliegt demnächst nach Kanada zu einer Konferenz, wo er ein bischen was über sein Projekt erzählt. Anderthalb Stunden und sieben Seiten später habe ich dann das Dokument gegengelesen und ziemlich viele Anmerkungen dazu geschrieben. Eduardo war erschrocken, dass es doch noch so viel war. Außerdem habe ich eine ganze Reihe von Verbesserungen vorgeschlagen (vor allem bestimmte Grafiken), mit denen er zwar einverstanden war, aber die er in den 2,5 verbliebenen Stunden bis zur Abgabe (Mitternacht) nicht mehr reinarbeiten konnte. Da hätte er die anderen um Erlaubnis fragen müssen, da es auch deren Paper ist. So ist es dann bei Verbesserungen der Rechtschreibfehler und ein wenig stilistischem Glattbügeln geblieben. Eduardo meinte, dass 5 Menschen dieses Paper gemacht haben und niemandem die Fehler aufgefallen sind. Das nächste Mal will er mir seine Paper früher geben. Jetzt steht mein Name und der meiner Hoschule unter “Danksagungen” am Ende. COOL! Dieses Paper zeigt mir immerhin, dass auch Master und Professoren nicht unfehlbar sind.

Geschrieben von genarij

Oktober 7, 2008 um 7:31 pm

Veröffentlicht in brasilien

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